Hug Verlag

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Preisträger des Prix Balance ZH 2014

 

Laudatio von Susanne von Arx, Verlagsleiterin Hochparterre:

Es ist mir eine Ehre, diese Laudatio für die Gewinnerin halten zu dürfen. Besonders freut es mich, weil diese Gewinnerin mich an meine Kindheit erinnert.

Wenn meine Mutter vom Einkauf nach Hause kam, brachte sie meiner Schwester und mir die Kinderzeitschrift «Junior», aus dem in vierter Generation familiengeführten Hug-Verlag mit. Die A5-Broschüren standen in einem Dispenser an der Kasse bereit zum Mitnehmen.

Anfangs, als kleines Mädchen, blätterte ich die Zeitschrift von vorne nach hinten und von hinten nach vorne durch. Später dann, als ich dem Alphabet mächtig war, las ich ganz aufmerksam die Wissensbeiträge, amüsierte mich über die Witze und löste die Rätsel.

Ein paar Jährchen sind seither vergangen, meine Lesegewohnheiten haben sich verändert, und die Entwicklung des «Juniors» habe ich aus den Augen verloren. Von Zeit zu Zeit stosse ich noch auf die Dispenser bei den Kassen und bin beeindruckt, denn diese Art von Vertrieb ist der Vorreiter der heutigen Gratis Zeitschriften.

Nicht nur meine Lesegewohnheiten haben sich verändert, mittlerweile bin ich selber seit über 13 Jahren in einem Verlag tätig. Bis vor kurzem war ich überzeugt, beim besten Unternehmen von ganz Zürich, ja sogar von der ganzen Schweiz, tätig zu sein. So gute Arbeitsbedingungen gibt es nur an einem Ort, nämlich bei uns – so meine Meinung. Dank dieser Preisverleihung lerne ich nun, dass es durchaus noch andere Verlage und Unternehmen gibt, die es mit den Ihren gut meinen. Ich vermute sogar, gewisse Vorzüge gibt es bei uns nicht – vielleicht noch nicht.

Zwei davon möchte ich speziell herausstreichen, weil sie wirklich besonders erwähnenswert sind.

Die Mitarbeitenden werden bei der Kinderbetreuung mit einem Beitrag von bis zu 600 Franken pro Monat, bei einer 100%-Anstellung, unterstützt. Und zwar bis das Kind 11 Jahre alt ist. Das ermöglicht vor allem Eltern, die nach der Geburt der Kinder Teilzeit arbeiten möchten, wieder ins Berufsleben einzusteigen, ohne dass sie praktisch den gesamten Lohn für die externe Betreuung wieder hinblättern müssen.

Arbeitet der Hug-Verlag mit einem Programm, das die Arbeitsbelastung jedes einzelnen Mitarbeiters transparent und zentral aufzeigt. Dieses Tool ist als einfaches Erfassungsprogramm entstanden und wurde immer weiterentwickelt. Heute berücksichtigt es alle Gegebenheiten, die es in diesem Unternehmen gibt. Zum Beispiel ist der Hug-Verlag über die Grenzen hinweg tätig und unterhält Niederlassungen in Österreich und den Niederlanden. Alle Mitarbeiter, ob im Ausland oder in der Schweiz, ob Vollzeit oder Teilzeit, werden erfasst. Sie geben ihre Arbeitszeiten ein und erfassen ihre Freitage oder Ferien. So muss nicht lange gerätselt werden, wer wann am Arbeitsplatz anzutreffen ist oder nicht, sondern das Tool liefert die nötigen Informationen. Der einzelne Mitarbeiter kann eine Art Ampel einsetzen, worauf man sofort seine Auslastung sieht. Grün heisst, ich kann noch Zusatzaufgaben übernehmen, gelb bedeutet, ich bin mit meiner Arbeit genügend ausgelastet. Steht die Ampel auf rot, heisst das, bitte nicht stören. Ich habe viel zu tun und möchte vorwärts machen. Das Beste an diesem System ist aber, der Vorgesetzte sieht mit einem Blick, wenn ein Mitarbeiter täglich Überstunden macht, und kann intervenieren und die Tätigkeiten anders verteilen. Es versteht sich von selbst, dass ein solches System in unserer von Burn-out geprägten Zeit Gold wert ist.

Ich verneige mich vor Julia Hug, ihrem Ehemann James Rymer Hug und dem gesamten Team von der Hug-Verlags AG und gratuliere Ihnen herzlich zum Prix Balance ZH.

Julia Hug, James Rymer und Nicole Götz vom Hug Verlag
Julia Hug, James Rymer und Nicole Götz vom Hug Verlag

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