Kompetenzzentrum Pflege und Gesundheit KZU

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Preisträger des Prix Balance ZH 2014

 

Laudatio von Nicole Barandun, Präsidentin Gewerbeverband der Stadt Zürich:

Ich freue mich, dass ich dem Kompetenzzentrum Pflege und Gesundheit in Bassersdorf – kurz KZU – ganz herzlich zum Prix Balance gratulieren darf.

Das KZU bietet im Auftrag von rund 20 Trägergemeinden älteren, betreuungsbedürftigen Menschen ein Zuhause und betreibt zu diesem Zweck Pflegezentren in Bassersdorf und Embrach mit total 241 Plätzen sowie Pflegewohnungen in Nürensdorf. Für Menschen mit Demenz stehen auf ihre Bedürfnisse ausgerichtete Pflegeplätze zur Verfügung, und seit 2013 trägt das Pflegezentrum Bächli als eines der ersten ein Qualitätslabel im Bereich Palliative Care. Das KZU beschäftigt rund 450 Mitarbeitende und bildet jährlich gegen 90 Lernende und Studierende in zehn verschiedenen Berufsgruppen aus.

Als Ersatzmitglied des Zürcher Bezirksrates visitiere ich jedes Jahr zahlreiche Pflegeinstitutionen. Ich bin mir deshalb sehr bewusst, dass die Pflege von betagten Menschen eine schöne, erfüllende, aber auch anspruchsvolle Arbeit ist, die hohe Anforderungen an die fachlichen und die menschlichen Qualitäten der Pflegenden und an ein motivierendes Arbeitsumfeld stellt. Das Gesundheitswesen als Ganzes muss sich dem Umstand stellen, dass sich unsere Erwartungen an Wohnen und Pflege im Alter verändern und pflegebedürftige Menschen immer älter werden. Frauen und Männer, die sich im Gesundheits- und Pflegebereich betätigen, sehen sich deshalb vielen Herausforderungen ausgesetzt. Schichtarbeit und der Umgang mit knappen Ressourcen stellen auch hohe Anforderungen, wenn es um Fragen der Vereinbarkeit geht.

Die Unternehmenskultur des KZU im Bereich Vereinbarkeit hat die Jurymitglieder überzeugt. Das KZU ermöglicht seinen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen durch zahlreiche Massnahmen auch unter den genannten anspruchsvollen Bedingungen, ihr Arbeits- und Familienleben in verschiedenen Lebensphasen in eine gute Balance zu bringen. Ausdrücklich geht es dabei nicht nur um die Betreuung von Kindern, sondern auch von älteren Angehörigen. Der Umstand, dass die Geschäftsleitung aufgeteilt auf zwei 50 % Pensen durch je einen Mann und eine Frau wahrgenommen wird, ist sicherlich förderlich, wenn es darum geht, die verschiedenen Bedürfnisse des Personals zu erkennen, aufzunehmen und Lösungen zu schaffen. Zudem hat das Geschäftsleitungsmodell des KZU Vorbildcharakter. Teilzeit sollte auch für Führungspersonen möglich sein.

Das KZU verfügt über zwei interne Kindertagesstätten und ermöglicht seinen Mitarbeitenden – nebst einem bezahlten Mutterschaftsurlaub von 16 Wochen – eine geschlechtsunabhängige, variable, unbezahlte Elternzeit, die bis zu einem Jahr dauern kann. Die Freiheit, sich bei Bedarf eine relativ lange Zeit selber um ein Kind kümmern zu können und danach einen Betreuungsplatz am Arbeitsort zur Verfügung zu haben, erleichtert Eltern den Verbleib im Arbeitsleben enorm. Gleichzeitig können die Mitarbeiter des KZU verschiedene Arbeits- und Teilzeitmodelle in Anspruch nehmen, die erfreulicherweise auch von vielen Männern genutzt werden. Elternzeit und flexible Arbeitsmodelle ermöglichen es gerade auch Männern, sich in der Familienarbeit zu engagieren. Das wiederum erlaubt Frauen mit Familie, sich mit einem grösseren Pensum beruflich zu betätigen.

Die Vereinbarkeit ist beim KZU auch stets ein Thema in den Qualifikationsgesprächen. Dadurch wird das Bewusstsein aller geschärft und die Wichtigkeit dieses Themas hervorgehoben.

Dass sich die Einführung von familienfreundlichen Strukturen lohnt, hat die KZU erkannt. Sie sind ein Gewinn für die Mitarbeitenden, aber auch für den Arbeitgeber, welcher für gut qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in jeder Lebensphase attraktiv ist. Ich gratuliere dem KZU nochmals herzlich zu der Auszeichnung mit dem Prix Balance und hoffe, dass sich andere Institutionen im Gesundheitsbereich ermutigen lassen, sich vermehrt den Herausforderungen der Vereinbarkeit zu stellen. Das KZU zeigt uns auf, dass es möglich ist.

(v.l.n.r.) Karin Müller-Wettstein, Marlies Petrig und Nicole Pfaller vom KZU
(v.l.n.r.) Karin Müller-Wettstein, Marlies Petrig und Nicole Pfaller vom KZU

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